Familienfreundliche Gastronomie: Tipps, Beispiele und Ideen für Kindermenüs, Angebote und unvergessliche Erlebnisse für Gross und Klein.
Praxisbeispiel Bahnhof Giswil: Spiel, Service und Struktur sorgen für entspannte Restaurantbesuche.
Backstube Sutter Begg als Erlebnis: Kinder lernen spielerisch und erleben unvergessliche Geburtstage.
Klare Positionierung hilft Betrieben, Familien gezielt anzusprechen und passende Angebote zu schaffen.
Kindermenüs neu gedacht: gesünder, flexibel und wirtschaftlich sinnvoll für mehr Kundenbindung.
Das perfekte Gastro-Erlebnis für Familien
Im Restaurant Bahnhof Giswil schafft das Gastgeberpaar Kevin Zumstein und Jana Odermatt ein entspanntes Erlebnis für Familien. Sie führen den traditionsreichen Betrieb in fünfter Generation richten ihn gezielt auf die Bedürfnisse von Gästen mit Kindern aus. Ein durchdachtes Raumkonzept bietet Platz für alle. Ein grosser Spielplatz und ein Spielzimmer sorgen für Unterhaltung. Pro Erwachsener isst ein Kind bis zehn Jahre gratis und die Kleinen werden zuerst bedient – so bleibt die Stimmung entspannt. Die Speisekarte verbindet beliebte Klassiker mit ausgewogenen Optionen. Mit Mal-Tischsets, einem Blick in die Küche und Abwechslung im Spielzimmer kommt keine Langeweile auf. So wird der Besuch für Gross und Klein zum Erlebnis und der Betrieb begleitet Familien über Generationen hinweg.
Geburtstagsparty in der Bäckerei
Luna feiert ihren achten Geburtstag in der Backstube von Sutter Begg – gemeinsam mit acht Freunden wird sie für einen Nachmittag zur kleinen Bäckerin. Unter Anleitung flechten die Kinder Zöpfe, formen Hefeteigtiere wie Igel und Mäuse und backen Schoggiweggli. Dabei erleben sie spielerisch das Handwerk, vom Kneten bis zum Verzieren. Während die Gebäcke im Ofen sind, gibt es ein knusprig-süsses Zvieri, dessen Höhepunkt Lunas Geburtstagstorte ist. Die beliebten Events verbinden Spass mit Einblicken in den Beruf und dienen auch als Nachwuchsförderung. Müde, glücklich und voller Eindrücke nehmen die Kinder am Ende stolz ihre Werke mit nach Hause.
Klare Positionierung: «Familienfreundlich»
HotellerieSuisse unterstützt die Mitgliederbetriebe nicht nur bei der Basisklassifikation, zu der unter anderem die Sternevergabe gehört, sondern auch bei der «Zielgruppenpositionierung durch Spezialkategorisierung». Entweder sucht eine Familie ein Haus mit Kinderbetreuung (Family & More), oder sie möchte die Zeit zwar ohne Betreuung verbringen, aber sonst kindergerechte Infrastruktur vorfinden (Family-Friendly).
Der Anforderungskatalog an Family-&-Friends-Betriebe zählt 32 Kategorien.
Hier drei Beispiele:
- Mindestens 25 % aller durch den Betrieb angebotenen Zimmer entsprechen der Definition «Familienzimmer / Mehrbettzimmer / Familiensuiten».
- Mindestens ein geräumiges Spielzimmer (von mind. 20 m2) mit Tageslicht und (altersgerechten) Beschäftigungsmöglichkeiten ist vorhanden.
- Kindergerechte Portionen werden bei allen Mahlzeiten angeboten, was sich auch auf alle individuellen Ernährungsarten erstreckt.
So gelingen Kindermenüs
Die menuCH-Kids-Studie des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit zeigt: Schweizer Kinder essen zu wenig Gemüse, zu viel Fleisch und zu viele Snacks. 13 Prozent der 6- bis 17-Jährigen sind übergewichtig, für Gemeinschaftsverpflegungsbetriebe und Restaurants eine Chance, Kindermenüs neu zu denken.
Erfolgsbeispiel: Eine Luzerner Kantine bietet alle Hauptgerichte als Kinderportion zu 60 Prozent des Preises an. So essen Kinder dasselbe wie ihre Eltern. Das spart Lagerhaltung und erhöht die Akzeptanz. Das zahlt sich aus: Gesunde Kindermenüs kosten nur 30 Rappen mehr im Einkauf, steigern aber die Kundenbindung. Denn Familien kommen häufiger, wenn ihre Kinder gesund essen.
Bilder: Holger Jacob, Getty Images: Moment RF